Psychische Krankheiten und Begriffe so kurz und verständlich wie möglich für dich als Betroffener, Angehöriger oder Interessierter erklärt. Solltest du dich für ein Thema im Detail interessieren, findest du im Web viele medizinisch fundierte Quellen.

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Content Warnung

Der folgende Text enthält Schilderungen von psychischen Erkrankungen, Symptomen und/oder negativen Gefühlen und könnte dich als Betroffene/r triggern.

Meine Tipps und Erklärungen beruhen auf eigenen Erfahrungen, dem Austausch mit anderen psychisch Erkrankten sowie Recherche. Sie ersetzen keine ärztliche Diagnostik, psychologische Beratung oder therapeutische Behandlung!

Halte im Zweifel immer Rücksprache mit deinem Arzt oder Therapeuten.

Agoraphobie

Agoraphobie ist eine spezielle Form der Angststörung. Betroffene haben Panik in Situationen, die sich ihrer Kontrolle entziehen und aus denen sie möglicherweise nicht schnell genug flüchten können, wie die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, weite Plätze oder Menschenmengen. Diese Angst selbst, die Angst vor der Angst und die Panikattacken können so schlimm sein, dass sich Betroffene nicht mehr aus dem Haus trauen.

Angststörung

Psychische Störung, die heftige Angstreaktionen auslöst, obwohl meist keine reale Bedrohung besteht. Außerdem werden durchaus berechtigte Ängste, die sich im Normalfall in Grenzen halten würden, massiv gesteigert. Mitunter löst schon ein schwacher Reiz oder ein Gedanke intensive Panikattacken aus. Häufig werden diese begleitet von körperlichen Symptomen wie Schmerzen, Zittern, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüche, Brustenge und Atembeschwerden.

Angst vor der Angst / Erwartungsangst

Angst-/Panikattacken sind mehr als einfach nur unangenehm. Betroffene haben oft Todesangst, weil es sich anfühlt, als würden sie ersticken oder einen Herzinfarkt erleiden. Mit der Zeit kann sich die sog. Erwartungsangst aufbauen, die bereits beim Gedanken an eine beängstigende Situation Panik auslösen kann und somit oft zum Vermeidungsverhalten führt.

Borderline-Störung

Die Borderline-Störung, auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt, wird hauptsächlich durch starke Impulsivität, emotionale Instabilität und Verzerrung der Identität charakterisiert. Bei diesem schwerwiegenden psychiatrischen Krankheitsbild fühlen sich Betroffene als Opfer der eigenen Stimmungs- und Gefühlsschwankungen, leiden unter extremer innerer Anspannung und erleben viele (alltägliche) Situationen als unerträglich und demütigend.

Die Krankheit wird oft begleitet von Selbstverletzungen, Drogen und riskanten Aktivitäten, da diese die innerliche Anspannung lindern. Oft führen sie aber zu Suchtverhalten. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden unter massiven Ängsten, vor allem vor dem Alleinsein, sind innerlich zerrissen, haben meist ein gestörtes Selbstbild sowie eine gestörte Körperwahrnehmung.

Mögliche Ursachen für die Störung sind schwerwiegender Missbrauch, emotionale Vernachlässigung oder starke Demütigung im sozialen Umfeld.

Wie schwer diese psychische Störung zu ertragen ist, zeigen mehr als 60% der Betroffenen, die bereits mindestens einen Suizidversuch unternommen haben.

Depersonalisation / Derealisation

Das Depersonalisationssyndrom, auch Ich-Störung oder Out-of-body-experience genannt, ist ein Schutz- bzw. Abwehrmechanismus, um uns vor einer bestimmten oder lange andauernden schweren Belastung zu schützen, wobei das Bewusstsein von der Person gelöst wird. Je nachdem, wie stark das Syndrom auftritt, fühlen sich Betroffene, als wären sie nicht richtig da, hätten keine Kontrolle über ihre Bewegungen, können ihre eigenen Gedanken „hören“, erkennen sich nicht mehr im Spiegel oder als würden sie neben sich stehen und sich selbst zusehen.

Derealisation tritt oft kombiniert mit Depersonalisation auf und bezieht sich auf die Umwelt. Dinge und Menschen sehen unwirklich aus, weit weg, verschleiert, farblos oder wie in 2D.

Auch wenn es sich anfühlt, als würde man jetzt endgültig verrückt oder schizophren werden, ist das Syndrom keine psychotische Störung. Betroffene können sich und ihr Umfeld immer noch realistisch einschätzen und entsprechend handeln. Sie verlieren nur „gefühlt“ die Kontrolle. Dieser Mechanismus greift übrigens auch bei gesunden Menschen, etwa bei extremer Übermüdung oder der Nahtoderfahrung bei einem schlimmen Unfall.

Depression

Ist eine ernsthafte und behandlungsbedürftige psychische Erkrankung, die oft zu Arbeitsunfähigkeit führt und an der Hälfte der jährlichen Selbsttötungen in Deutschland beteiligt ist.

Häufige Symptome sind stark verminderte Antriebsfähigkeit, Grübelzwang, innere Leere, Suizidgedanken und Hoffnungslosigkeit. Oft treten in Kombination auch andere psychische Begleiterkrankungen und Symptome auf wie Erschöpfungssyndrom, Angststörung oder psychosomatische Beschwerden.

Depressive Menschen leiden sehr stark und sind nicht in der Lage, ihr Leiden durch reine Willenskraft oder Selbstdisziplin zu kontrollieren. Eine Depression ist stark davon abzugrenzen, dass jemand mal „deprimiert“ ist.

Deutsche Depressionshilfe

Beschränkungen und Ängste, die mit dem Corona-Virus verbunden sind, stellen uns alle, vor allem aber psychisch Erkrankte, vor eine große Herausforderung. Auf der Seite der Deutschen Depressionshilfe findest du Tipps und Anlaufstellen, die dir helfen mit der aktuellen Situation in Zeiten der Corona Pandemie umzugehen.

Info-Telefon: 0800 / 33 44 533
Telefonseelsorge: 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222
Tipps & Anlaufstellen für an Depression erkrankte Menschen während der Corona-Krise

Fight or Flight

Vereinfacht erklärt wird in Stresssituationen durch Ausschüttung bestimmter Botenstoffe die Herzfrequenz, der Muskeltonus und die Atemfrequenz erhöht, um die körperliche Leistung zu steigern, was uns früher dazu befähigte, den Säbelzahntiger mit bloßen Händen zu erlegen oder eben so schnell es geht vor ihm wegzulaufen.

Hinzu kommt, dass „unwichtige“ Körperfunktionen jetzt nachrangig eingestuft werden, beispielsweise die Verdauung. So kann es sein, dass wir bei extremem Stress unter Verstopfung leiden, weil dafür noch Zeit ist, wenn die Gefahr vorüber ist. Oder aber der Körper wird Mageninhalt gleich los, damit er gar nicht erst Verdauen muss und reagiert mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Was in Filmen gerne mal parodiert wird, indem sich jemand vor Schreck einpinkelt, ist für Angstpatienten eine große Belastung.

Grübelzwang

Zwanghaftes Gedankenkreisen, meist um immer wieder dieselben Themen, oft verknüpft mit übersteigerten Ängsten und Hoffnungslosigkeit. Komplexe Verkettungen und Katastrophisieren der Gedanken führen oft dazu, dass logische und nahe liegende Lösungen nicht greifbar erscheinen und die Situation ausweglos wirkt, wodurch weitere Gedanken, z. B. über Konsequenzen entstehen.

Nummer gegen Kummer

Ein kostenloses Hilfe-Angebot für Kinder, Jugendliche und deren Eltern in Deutschland. Hier findest du Hilfe und Gesprächspartner, wenn du nicht weißt, mit wem du über dein Problem sprechen kannst. Ruf an oder nutze die E-Mail-Beratung für Rat, Hilfe, Trost und Unterstützung.

Telefon: 116 111
www.nummergegenkummer.de

Psychosomatik

beschäftigt sich mit psychischen Einflüssen auf somatische (körperliche) Vorgänge, den sog. körperlich-seelischen Wechselwirkungen.

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Anmerkung: Leider triggern mich viele dieser Themen, so dass ich derzeit nicht am Psycho-Wiki weiterarbeiten kann. Wenn du zur Sammlung beitragen möchtest, kannst du mir eine E-Mail mit dem Begriff und einer kurzen Beschreibung oder Stichpunkten schreiben. Ich bearbeite sie, wenn ich mich besser fühle.

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